Loblied an Gott

10. Oktober 2022
Dekanat Märkisches Sauerland
Worte zur Woche von Anne Kemper

Gott wie wunderbar ist Deine Schöpfung

Sieh nur, wie die Wolken am Himmel ziehn

Die Kraniche, sie finden ihren Weg in die Wärme

Hörst du den Buntspecht, wie er an die Rinde des Eichbaumes klopft

Schau die wunderbaren roten Äpfel

Wie kleine Kostbarkeiten funkeln sie heute in der Sonne

Beachte die einzelnen Grashalme

Scheint die Sonne, siehst du wie sie glänzen.

In all dem bist Du da, Gott

Du großes Geheimnis

Ich finde Deine Spuren und erkenne Deine Größe.

Der Wind, der durch die Bäume rauscht

Und dann – Stille

Vollständig ruhig empfinde ich alles.

Nimm dir Zeit

Beobachte die Regentropfen, die an deine Fensterscheibe prasseln

Was für ein Geräusch

Und wie die Tropfen sich langsam ihren Weg nach unten bahnen

Hast du gestern Nacht die Sterne gesehn

Sie leuchten am frostigen, klaren Firmament.

Und morgen, wenn du durch die Straßen gehst

Riskier einen Blick in die Gesichter der Menschen

Was siehst du?

Angst, Trauer und Sorge – Abwesenheit

Oder sind es angespannte Züge?

Vielleicht entdeckst du Freude, siehst Zufriedenheit

Ein Lächeln.

O ja, welch ein Geschenk ist ein Lächeln

Oder gar ein nettes Wort.

Gott, Du schenkst mir Wertschätzung.

Warum vermag ich es nicht

Diese an Menschen weiterzugeben?

Ich folge doch der Spur Deines Sohnes?

Wir Menschen sehnen uns so sehr nach Aufmerksamkeit

Warum also halte ich mein Lächeln zurück?

Ja, ich kenne die Grausamkeiten dieser Welt

Aber ich will mich davon nicht in Resignation treiben lassen.

Und so pflücke ich die Äpfel

Lege sie ins Regal

Esse sie im Winter und denke dabei an den Sommer,

ja, auch an den Regen, der nicht kam

Aber: Die Äpfel schmecken köstlich.

Ich hole die Sonne in mein Herz – und ich ahne

Wenn Gottes Licht auf mir ruht – in mir ist

Kann ich glänzen wie die Grashalme in der Sonne

Und ich denke an Dich, Gott ich lobe Dich. Du bist wunderbar.

Gott, Du bist meine Klagemauer

Manchmal brauche ich eine Klagemauer.

Wer hört mir zu

Wer ist da – am Abend – in der Nacht

Schweigen Dunkelheit Einsamkeit

Und Du, Gott

Wenn wir Angst haben vor der Zukunft

Warum tust Du nichts

Wir beten für Frieden – der Krieg geht weiter

Menschen haben Angst vor der Zukunft

Wir werden frieren im Winter

Wir haben kein Geld für Gas oder Lebensmittel

Warum bist Du so grausam, Gott.

Stopp

Ich spüre – so geht das nicht

Sind nicht wir Menschen diejenigen die Freiheit wollen

Wir wollen Dich nicht mehr haben in unserem Leben

Nein, wir Menschen schaffen alles selbst

Wir fühlen uns stark, mächtig und

Machen uns dabei kaputt

Gott – ich brauche Dich

Und ich ahne – Du brauchst mich

Du willst, dass ich mithelfe

Eine Antwort bin auf Deine Liebe.

Lass mich anfangen, Gott, mit meinen bescheidenen Möglichkeiten

Ja, Gott, morgen werde ich wieder durch die Straßen gehen

Ich werde Menschen begegnen und ihnen mein Lächeln schenken

Wenn sie nicht aufschauen, will ich sie im Stillen segnen

Ich wünsche ihnen einen Engel und einen guten Tag.

Das soll ein Anfang sein

Mit kleinen, auch mal größeren Schritten geht es weiter

Es geht vorwärts – mit Hoffnung und einem Ziel vor Augen