Kleine Rhythmus-Änderung und schon geht die Post ab

22. September 2022
Iserlohn
„Gospelworkshop“ stand auf dem Einladungs-Flyer des Dekanats Märkisches Sauerland für den dritten Samstag im September

Und der Andrang war so groß wie schon lange nicht mehr: 55 Sängerinnen und Sänger fanden sich ein. Kein Wunder. Nach mehrjährigen Einschränkungen durch Corona war für viele Frauen und Männer der „Hunger“ nach Musik riesig. Endlich konnte man mal wieder gemeinsam singen  – und dabei Neues lernen. Diesmal im Forum St. Pankratius Iserlohn mit Kai Lünnemann aus Osnabrück.

Nicht nur aus allen Ecken des Dekanates und des Kirchenkreises Iserlohn, sogar aus Hagen, Dortmund, Paderborn und aus der Nähe von Düsseldorf waren Teilnehmer angereist. Durch seine erfrischende, humorvolle und unkomplizierte Art erwarb sich der Lünnemann sehr schnell die Sympathien der Sängerschar.

Viele Musikrichtungen und Stile haben ihren Platz im kirchlichen Raum. Davon ist auch der Osnabrücker Berufsmusiker überzeugt, aber in der modernen Rock- und Popmusik sieht er eine besonders ergiebige Quelle, und es liegt dem 44-Jährigen persönlich sehr am Herzen, auf diese Weise religiösen Inhalten zeitgemäß Ausdruck zu verleihen. Nicht von ungefähr ist er Popularmusikbeauftragter im Bistum Osnabrück.

So begann er den Workshop denn auch gleich mit rhythmischen Klatschübungen zur Musik am Flügel. Der Name des britischen Singer/Songwriters Ed Sheeran fiel mehrfach. Und die Teilnehmer/innen stellten nach guter Anleitung erfreut fest: Weicht man nur minimal – etwa um eine Sechzehntelnote vom herkömmlichen Rhythmus ab – kommt ungeahnter Pepp und Schwung in die Musik.

Kai Lünnemann hat viele andere religiöse Lieder geschrieben, komponiert oder arrangiert, in denen nicht nur peppig, sondern auch sehr gefühlvoll Glaubenserfahrungen aus der heutigen Zeit aus Deutschland oder auch aus Afrika verarbeitet sind. Solche Lieder in den einzelnen Stimmlagen eingehend einzuüben und mehrstimmig zu singen, machte der bunt zusammengewürfelten Sängerschar sichtlich große Freude. Und es klappte hörbar gut. Fünf Stunden vergingen wie im Flug. An Anregungen für den Gesang in den Chören, Kirchen und bei Projekten im weiten Umkreis.

Text und Fotos Helmut Rauer