Bereichernde Gesangserlebnisse in einer Kirche mit toller Akustik

12. Oktober 2021
Liederwerkstatt des Dekanates in Balve gab vielen Sängern neue Impulse und machte großen Spaß

Balve. Singen macht froh und frei und ist eine wunderbare Möglichkeit, dem Schöpfergott allein oder in Gemeinschaft Lob und Dank zu sagen. Singen ist aber auch eine Gabe und eine Kunst, die man entfalten und verfeinern kann, um sich und anderen noch mehr Freude zu machen.  Beides – die Freude an der Musik und das Hinzulernen – waren die bestimmenden Merkmale der Liederwerkstatt, zu der das Katholische Dekanat Märkisches Sauerland und der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn für Samstag, 9. Oktober, gemeinsam nach Balve eingeladen hatten.

Der Workshop gehört seit einigen Jahren zu den regelmäßigen Angeboten. Nachdem er im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise hatte ausfallen müssen, war der Andrang diesmal nicht so groß. Aber immerhin 24 Teilnehmer/innen aus allen Ecken des Dekanats und des Kirchenkreises fanden sich in der St.-Blasius-Kirche ein. Ob jung oder alt, katholisch oder evangelisch – die bunt gemischte Gruppe hatte von Anfang an großen Spaß an den Gesangsübungen. Und die fünfstündige Veranstaltung verging wie im Fluge.

Mit Eberhard Rink hatten die Veranstalter einen überaus versierten Profi der christlichen Musikszene engagiert, der den Teilnehmenden am E-Piano neue Lieder vorstellte und mit ihnen einübte. Der 60-jährige Sänger, Songwriter, Musikproduzent und bis vor kurzem auch Kabarettist („Die Mütter“) aus Bergneustadt hatte ein dickes Bündel von 21 Liedern und Chorsätzen mitgebracht. Viele Stücke hat er selbst getextet, übersetzt oder musikalisch arrangiert oder sie sind komplett aus eigener Feder.

Gleich zu Beginn fiel dem Profi „die hervorragende Akustik“ auf, die der 800 Jahre alte Teil des Kirchengewölbes in Balve bietet. Beste Voraussetzungen also, um ein breites  Musikspektrum erklingen zu lassen –  vom christlichen Popsong über Gospel und traditionelle Lieder aus Afrika bis zu modern gestalteten Psalmen und Taizé-ähnlichen Gesängen von der schottischen Insel Iona. Noch bunter und abwechslungsreicher wurde das Programm dadurch, dass der Referent fröhliche Kinderlieder aus eigener Feder und aus der „Werkstatt“ seiner Schwägerin Ute Rink mitgebracht hatte.  Überdies holte er einige Weihnachtslieder aus dem Gepäck, so dass sich erste Vorfreude auf den Dezember einstellte.

So bekamen die Teilnehmenden reichlich Anregungen, um den Chorgesang oder die Gestaltung kirchlicher Feiern und Gottesdienste zu verschönern. Auch wenn viele von ihnen schon seit längerer Zeit im Chor singen, gab es Interessantes hinzuzulernen, zum Beispiel, dass man durch spezielle Sounds oder Stilelemente wie Etch, Overdrive oder Neutral dem Gesang mehr Pepp verleihen kann. Mit Interesse hörten die Teilnehmenden von Tricks, wie man der Stimme mehr Luft beimischen, sie metallisch oder an passenden Stellen besonders laut klingen lassen kann.  Obendrein übten sie ein paar tänzerische Bewegungen ein, mit denen man Kraft, Schwung und Authentizität in die Lieder legt.

„Das war bereichernd und hat Spaß gemacht“, zog Christa (58) aus Hemer ein persönliches Fazit. Sie fühlt sich nun „ gut aufgestellt, um bei Projektchören mitzumachen“.  Jürgen und seine Ehefrau Elisabeth aus Hohenlimburg freuten sich „dass wir hier soviel Modernes gesungen haben.“ Ihr Resümee:  „Man braucht neues Liedgut, um einen Chor lebendig zu halten.“ Und auch Erdmut (71) aus Schwerte zeigte sich sehr angetan, „vor allem von der Vielseitigkeit der Lieder“.

Manch einer vermisste den Gottesdienst oder die Andacht, die bei früheren Liederwerkstätten die Gelegenheit gab, das neu Eingeübte zum Abschluss in eine größere Gemeinschaft einzubringen. Dekanatsreferentin für Jugend und Familie Gaby Iserloh teilte mit, dass sie diese Idee aufgreifen will.  Auf jeden Fall soll es nächstes Jahr erneut eine Liederwerkstatt geben, und zwar an einem anderen Ort im Dekanat, wie Dekanatskirchenmusiker Tobias Leschke zum Schluss versprach.

Bereits am Freitagabend hatte Eberhard Rink den Teilnehmenden des Tastenworkshops in der St.-Blasius-Kirche gezeigt, mit welchen Techniken man Sänger/innen ausdrucksstark auf der Orgel oder begleiten kann. Acht Frauen und Männer, unter ihnen einige Organisten, aber auch Eltern, die ihre Kinder beim Gesang am Piano begleiten möchten, nahmen daran teil.

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Fonds „Christliche Popularmusik“ im Erzbistum Paderborn.

Fotos 1 -3 Helmut Rauer