Gestriges im Dekanat

Pastoralverbund erfindet sich neu

  Foto: Jürgen Overkott WP Balve

 

 

 

 

 

Pfarrer Andreas Schulte und Elisabeth von Croy vom Netzwerk katholische Kirche im Hönnetal werben für Gemeindeteams. Bald gibt's Gespräche vor Ort

 

Balve. Der katholische Pastoralverbund Balve-Hönnetal will sich neu erfinden. Dazu haben Pfarrer Andreas Schulte und die Vorsitzende des Netzwerks katholische Kirche im Hönnetal, Elisabeth von Croy, einen Prozess zur Bildung sogenannter Gemeindeteams angestoßen. Sie sollen die Gemeinden im Hönnetal stärken und dem Trend zur Zentralisierung kirchlicher Einrichtungen entgegenwirken. Pfarrer Schulte und „Liesi" von Croy haben dieser Tage Hunderte von Briefen an die katholischen Haushalte im Pastoralverbund ve-schickt. Sie wissen: „Damit erreichen wir viel mehr, als wenn wir uns nur an Kirchgänger wenden oder an Menschen, die den Pfarrbrief lesen." Worum geht es? „Künftig", heißt es, „ist in jeder Gemeinde die Bildung von Eigenstrukturen vorgesehen, die das Leben in der Gemeinde selbst aktiv gestalten können und sollen." Der Brief weist die Empfänger ausdrücklich auf Gestaltungschancen hin: Neues kann ins Gemeindeleben einfließen, Bewährtes bleiben, Altes wiederbeliebt werden, überhohltes entfallen.

 

Pfarrer und Netzwerk liegt daran, Gemeindemitglieder ins Gespräch zu bringen. Deshalb wollen sie ihre Ideen vor Ort vorstellen. Die Termine stehen bereits fest.
Der Auftakt findet am 1. April im Pfarrheim Mellen statt, in der alten Kirche in Balve geht's tags drauf weiter.
ln Beckums Integrationszentrum, direkt gegenüber der St-Nikolaus-Kirche, wird am 11. April diskutiert. Eine Gesprächsrunde in Eishorns Schützenhalle findet am 12. April statt. Garbecker treffen sich ans 14, Mai im Pfarrheim. Langenholthausen folgt am 15. Mai. Der Versammlungsort steht noch nicht fest. Affeln und Altenaffeln kommen am 16. Mai zu Wort. Dort ist ebenfalls noch nicht geklärt, wo. Das gilt auch für die Gemeindeforen in Blintrop am 21. Mai und Küntrup am 22. Mai. Was befeuert den Drang zur Veränderung? Weniger Priester bei schrumpfenden Gemeinde-Größen stießen einen Prozess zur Bildung größerer Einheiten an. Der Bildung von Pastoralverbünden —inzwischen Standard im Erzbistum Paderborn—folgte die Bildung von Gesamtpfarrgemeinderäten Sie lösten die Pfarrgemeinderäte ab, die lediglich für die Gläubigen in Stadt oder Dorf zuständig waren.

 

Keineswegs alle glücklich „Fusionen erleben wir ja auch an anderer Stelle in der Gesellschaft", kommentierte Pfarrer Schulte die Veränderungen in Gemeinden, Bistum und Kirche. Größere Einheiten haben aber keineswegs alle Gemeindemitglieder glücklich gemacht. „Es gibt immer Gemeindemitglieder, die in größeren Einheiten denken, und Mitglieder, die eher für kleinere

 

Einheiten verantwortlich fühlen", erklärte Pfarrer Schulte. „Liesi" von Croy ergänzte: „Mancher ist nicht glücklich mit dem, was jetzt da ist und nicht glücklich mit dein, was jetzt fehlt:- Pfarrer und Netzwerk sehen in den Gemeindeteams eine Chance, das katholische Leben vor Ort zu stärken. Diese Teams sollen erklärtermaßen keine Nachfolge-Organisationen der ehemialigen Pfarrgemeinderäte sein. Vielmehr sollen sie einerseits örtliche Besonderheiten und andererseits persönliche Stärken einzelner Gemeindemitglieder berücksichtigen. In den geplanten Gesprächsrunden soll geklärt werden:
welche Aufgaben die  Teams haben;
wie groß sie sein sollen;
wie sie zustandekommen;
für welche Dauer sie amtieren.

 

Der Idee. Gemeindeteams zu bilden, ging einjährige Vorarbeit voraus. Sie wurde begleiten von Fachleuten des Erzbistums: Matthias Kolk und Dr. Theresa Kohlmeyer. Einer der beiden hat versprochen, an den Gesprächsrunden in den Gemeinden teilzunehmen. Dazu kommen Pfarrer Schulte und „Liesi" von Croy.

 

WP 23.3.2019 Jürgen Overkott