Aktuelles im Dekanat

Cajons bauen und spielen - Mehr Rhythmus für die Kirche

 

 

 

 

 

Hammer, Nägel, Leim und Schleifpapier – kann man das zum Lob Gottes einsetzen?  Indirekt schon. Mit Hilfe der genannten Werkzeuge wurden am Samstagvormittag, 22. September, im Pfarrheim St. Marien in Menden hölzerne Klangkisten gebaut. Und am selben Abend wurden auf diesen Schlaginstrumenten mitreißende Rhythmen gespielt, die den Gottesdienst belebten. 

 
Foto: H. Rauer

Das Dekanat Märkisches Sauerland hatte zum Cajon-Workshop eingeladen. 14 Teilnehmer kamen aus Menden, Hemer, Iserlohn, Arnsberg und sogar aus Dortmund, um sich mit diesem Musikinstrument vertraut zu machen und gemeinsam Spaß am Trommeln zu haben. Manche hatten ihr Instrument vor längerer Zeit geschenkt bekommen, aber bisher selten oder gar nicht darauf gespielt. Der kostenlose Workshop war für sie die Gelegenheit, es aus der Ecke zu holen, für andere war es die Chance, sich zu verbessern und den Horizont zu erweitern. In Martin Berens hatten sie alle einen exzellenten Fachmann und Pädagogen. Ist er doch als Schlagzeuger, Percussionist und Tontechniker im weiten Umkreis bekannt.  

Das Cajon ist seit Jahren ein beliebtes Instrument. Man sitzt darauf und trommelt und kann so  – wie Martin Berens erklärte – fast ein ganzes Schlagzeug ersetzen. Überdies ist es schnell zu lernen. Nach ein paar Stunden freuen sich viele, schon in einer Gruppe mitspielen zu können. Cajon-Spieler schlagen mit ihren Händen im rhythmischen Wechsel an unterschiedlichen Stellen der „Kiste“  unterschiedliche Töne an. Kaum hatte der Referent die vier Grundschläge erklärt, dauerte es nicht lange, bis das Pfarrheim vom Wohlklang leicht dröhnender Rhythmen erfüllt war. 

 

Das Ergebnis konnte sich nach wenigen Workshop-Stunden tatsächlich hören lassen. Die bunt gemischte Gruppe der Cajon-Trommler im Alter von 11 bis über 50 Jahren hatte so gut gelernt, dass sie am frühen Abend in der Kirche einen 20-köpfigen Projektchor bei neuen geistlichen Liedern ansprechend begleiten konnte.  Die Gottesdienstteilnehmer bekamen eine Ahnung davon, welch großes Potential die Musik bietet, um das Lob Gottes in der Kirche noch lebendiger zu gestalten. Der Projektchor hatte übrigens in einem Parallel-Workshop zur selben Zeit im selben Pfarrheim geübt.  

 

Zurück zum Anfang: Für einige Teilnehmer, die kein eigenes Cajon besaßen und mitbringen konnten, hatte der Workshop bereits am Vormittag mit dem Bau eines solchen Instrumentes begonnen. Für 50 Euro konnte man einen Bausatz aus fertig zugeschnittenen Holzplatten nebst Zubehör erwerben und unter der Anleitung von Martin Berens zusammensetzen. Das hieß, sorgfältig hämmern, nageln, leimen und schleifen. Lars (14) aus Arnsberg und sein Vater Thorsten (49) machten ein Vater-Sohn-Projekt daraus. Der Junge, der gerne Schlagzeug spielt,  hatte davon in der Zeitung gelesen und seinen Vater fürs Mitmachen begeistern können. Letzterer zeigte sich am Ende sehr zufrieden, die Arbeit habe sich gelohnt. „Denn es hat Spaß gemacht und was man selbst gebaut hat, damit geht man doch auch pfleglicher um.“  Gelohnt hat es sich laut Martin Berens auch noch aus einem anderen Grund: „Wenn man ein etwa gleichwertiges Cajon fertig kauft, kostet es fast das Doppelte.“ 

 

„Musik mit Cajons ist in Gottesdiensten keine Seltenheit mehr“, freut sich Berens. Der Workshop in Menden dürfte dazu beitragen, den Trend zu verstärken.

Foto: Helmut Rauer