Aktuelles im Dekanat

Singen als Wohlgefühl und eine Fülle von Anregungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 Fotos: H. Rauer

„Für mich ist Musik ein Wohlgefühl“, antwortete ein Mann ganz spontan, als Pastor Dietmar Schulte im Abschlussgottesdienst die Frage nach der Bedeutung der Musik in die Runde warf. Damit dürfte er die Stimmung aller 50 Teilnehmer des Gospel- und-Worship-Workshops am Samstag, 14. September, sehr gut getroffen haben. Für sie war der Tag mit der Sängerin, Dozentin  und Gesangspädagogin  Njeri Weth im und am Haus Hemer ein einziges Wohlgefühl. Für den Veranstalter, das katholische Dekanat Märkisches Sauerland, war es zugleich ein vielversprechender Auftakt der „Week of Praise“. 

 

„Ich liebe Gott,“ hatte sich Njeri Weth aus Spangenberg bei Kassel am Vormittag den Teilnehmern vorgestellt. Sie sei mit einer großen musikalischen Begabung auf die Welt gekommen und spüre das Bedürfnis, die Liebe Gottes allen Menschen musikalisch mitzuteilen.„Ich möchte davon singen, dass ich ewiges Leben haben kann.“ In Sätzen wie diesen schwang eine große innere Freude mit, die sich beim Einüben neuer Lieder auf die Frauen und Männer (vom jungen Erwachsenen bis zum Rentner) übertrug. 

 

Für eine ansprechende Atmosphäre sorgten auch Njeri Weths lockere, ungezwungene Art, die Lebendigkeit ihres Ausdrucks, die Leichtigkeit und der Humor, den sie ausstrahlte. So machte es den Teilnehmern – ganz überwiegend Chorsängerinnen und –Sängern – sichtlich Spaß, Neues zu lernen und Kenntnisse oder Fähigkeiten zu vertiefen. Insgesamt acht Lobpreis-Lieder übte Njeri Weth, begleitet von Pianist Damian Ostwald, mit den Teilnehmern ein, und das fast ausnahmslos ohne Noten. Von „Come now is the Time to Worship“ über „Blinded by your Grace“ bis zu einem von Njeri Weth selbst komponierten Hallelujah reichte das Spektrum. Vollklingender Lobpreis-Gesang erfüllte den großen Saal unterm Dach des Hauses und es war, als hörte man ihn in den Himmel aufsteigen. „Es war einfach schön!“, resümierte Iris Renfordt aus Letmathe am Ende der Veranstaltung, die als eine von vielen Teilnehmern nach ihren Eindrücken befragt wurde.  

Gleich am Anfang überraschte Njeri Weth die Sängerinnen und Sänger mit einer Übung, bei der sich die Teilnehmer paarweise die Hand reichen sollten. Nach einer vorgegebenen Skala von ganz leicht bis ganz kräftig galt es, den Händedruck stufenweise zu verstärken oder zu senken. Heraus kam die Erkenntnis, dass man lernen sollte, sich seine Energien gut einzuteilen. Das kann nicht nur im Leben allgemein, sondern insbesondere beim Singen sehr nützlich sein. Piano ist eben nicht fortissimo.  

Auch andere Tipps, von denen manche gar nicht so schwer umzusetzen sind, fielen auf fruchtbaren Boden. So kann man die Gesangsdynamik mit passenden Körperbewegungen unterstützen. Sehr hilfreich ist es auch, sich vor dem Singen mit dem Ausdruck eines Liedes besser vertraut zu machen, indem man den Text im Rhythmus spricht oder ihn erstmal im Original singt, da der übersetzte Text den Klang verändern kann. Der Workshop zeigte: Es gibt unendlich viele „Techniken“, um noch überzeugter und überzeugender seine musikalische Botschaft - weltlicher oder religiöser Natur – rüber zu bringen.  

 

So unterschiedlich wie die Zusammensetzung der Teilnehmer, so unterschiedlich waren die Anregungen, mit denen sie  nach Hause gingen. Alfa Möllemann, erfahrene Chorleiterin aus Altena,  fühlte sich, wie sie bei einer Umfrage unter den Teilnehmern bestätigte, um neue Erkenntnisse und Eindrücke bereichert. Ebenso ging es Thomas Riedel aus Balve. Der 30-jährige Laienschauspieler staunte vor allem über Njeri Weth, „die mit ihrer positiven Ausstrahlung so vielen Menschen, die sie vorher gar nicht kannte, in kurzer Zeit so viel geben kann.“

 

Auch die sieben Frauen und drei Männer aus verschiedenen Hemeraner Kirchengemeinden, die seit einiger Zeit unter dem Namen „2sam“ überkonfessionell mit christlicher Chormusik auf sich aufmerksam machen, zeigten sich begeistert: „Wir haben viele Impulse bekommen, das war super“, sagte eine der Sängerinnen.

  

Ein positives Fazit zog am Ende auch Gaby Iserloh im Namen des veranstaltenden Dekanats Märkisches Sauerland: „Das war eine sehr gelungene Veranstaltung zum Auftakt der „Week of Praise“. Ebenso wie Dekanatskirchenmusiker Tobias Leschke zeigte sie sich beeindruckt von der großen Teilnehmerzahl aus dem Dekanat und darüber hinaus.  Sicherlich werde das Lieder- und Musikwerkstatt-Angebot in den nächsten Jahren fortgesetzt, versprach Iserloh, wobei über Umfang und Form noch nachgedacht werde.  

 

Um auf den abschließenden Wortgottesdienst zurückzukommen: Er fand wegen des schönen Abendsonnenscheins nicht im Haus, sondern im Park von Haus Hemer statt. Bewegt von den Ereignissen des Tages sangen die Workshop-Teilnehmer mit großer innerer Teilnahme die eingeübten Lieder. Leider beeinträchtigte der Lärm der nahe gelegenen B 7 das Hören. Dafür erfüllte der Sonnenschein die Herzen, so wie es die Musik einen ganzen Tag getan hatte.

 Helmut Rauer