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„Kirchen + Kino“ geht in die 17. Staffel

Silvia Beckmann (v. li.), Ulrich Vaorin und Carola Knode präsentierten das Programm der 17. Staffel der Reihe „Kirchen + Kino“. Markus Mickein

 

Anspruchsvoll, aber unterhaltsam

 

„Kirchen + Kino“ geht bereits in die 17. Staffel und ist keinesfalls eine Reihe für bibelfeste Christen. Vielmehr sollen gute Filme jenseits des Mainstreams nach Iserlohn kommen 

 

Iserlohn In die mittlerweile 17. Staffel geht die Reihe „Kirchen + Kino“ am Montag, 23. September. Gezeigt werden bis April 2020 acht Spielfilme, die von Filmjurys der Evangelischen und Katholischen Kirche in Deutschland beziehungsweise der Reformierten Kirche in der Schweiz ausgezeichnet worden sind. Eine Filmreihe für bibelfeste Christen? Da kommt von Ulrich Vaorin, Medienreferent des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn, ein klares „Nein“. Es seien keinesfalls Filme, die explizit christliche Themen behandeln würden. Aber es seien eben auch keine Mainstream-Kassenschlager. Anspruchsvolle aber unterhaltsame Filme, in denen auch mal gelacht werden könne. Carola Knode vom gastgebenden Filmpalast Iserlohn sieht das ähnlich. Es seien durchaus auch Hollywood-Streifen im Programm, aber eben Filme, die ansonsten nicht unbedingt den Weg nach Iserlohn finden würden.

 

Und es sind Filme dabei, die nicht nur bei den kirchlichen Filmjurys Anklang gefunden haben, sondern auch bei berühmten Festivals. So gleich beim ersten Film der Reihe am 23. September: „Shoplifters – Familienbande“, war siegreich 2018 beim Filmfestival in Cannes. Regisseur Hirokazu Koreeda zeichnet darin das sensible Porträt einer Familie von Dieben und Lebenskünstlern, die ein verwahrlostes Mädchen in ihren Reihen aufnimmt. Der stille Film weitet sich im Verlauf der Erzählung zu einer Reflexion über die Konstitution von „Familie“, die hier als rätselhaftes Geflecht aus Zuneigung und Abhängigkeit gezeigt wird.

 

Im Schnitt besuchen die Vorstellungen rund 70 Kinogänger, es sind aber auch schon mal 130. „Kirchen + Kino“ gastiert mittlerweile in 27 Städten in NRW und Niedersachsen. Bevor es auf der Leinwand bunt wird, gibt es jeweils eine kurze Einführung in den jeweiligen Film. Und regelmäßig sind auch Gäste dabei, die zur jeweiligen Thematik vertiefende Ansichten präsentieren sollen. So beispielsweise bei „Gegen den Strom“ (16. Dezember), in dem eine Geschichte rund um eine isländische Umweltaktivistin erzählt wird. Gast wird dabei Marcus Hiersemann von „Kultur und Natur“ Drüpplingsen sein, ebenso Pfarrer Dr. Gottfried Abrath, ebenfalls in Umwelt- und Klimafragen sehr engagiert.

 

Silvia Beckmann vom Katholischen Bildungswerk MK ist wie die anderen Organisatoren vor Ort sehr froh darüber, dass mit „Gundermann“ (28. Oktober) ein sehr prominenter Film präsentiert werden kann. Andreas Dresens Biopic über den früh verstorbenen, Bagger fahrenden Liedermacher mit widersprüchlicher Vergangenheit, Gerhard Gundermann, sei ein kluger und einfühlsamer Beitrag zur deutsch-deutschen Geschichte, der das fragile Verhältnis von Realität und Erinnerung, von Verdrängen und Vergessen auslotet, heißt es in der Ankündigung.

 

Die Stellung von Frauen im Kunstbetrieb

 

Und mit „Die Frau des Nobelpreisträgers“ (25. November) kommt wie schon angedeutet auch Hollywood nach Iserlohn. Der langersehnte Literaturnobelpreis und die folgende Reise nach Stockholm wird für ein eingespieltes Schriftstellerpaar plötzlich zur Zerreißprobe, als es sich unter öffentlichem Druck mit einer Lebenslüge konfrontiert sieht. „Die Frau des Nobelpreisträgers“ sei großes Schauspielerkino, das mit geschliffenen Dialogen unterhalte und über die Stellung von Frauen im Kunstbetrieb reflektiere.

 

Die Vorstellungen von „Kirche + Kino“ beginnen jeweils um 20 Uhr im Filmpalast Iserlohn. Dort gibt es auch die Karten zum Preis von fünf Euro. Das Programm mit allen acht Filmen, allen Terminen und Besprechungen gibt es unter www.kirchen-und-kino.de. Weitere Vorstellungen für Gruppen/Schulen können in Absprache mit dem Filmpalast Iserlohn gebucht werden.

IKZ Stefan Drees