Aktuelles im Dekanat

Noch näher an die Menschen rücken

  

   
Hemer
. Wie kann die Kirche noch näher an die Menschen heranrücken, die in ihrem alltäglichen Leben Hilfe benötigen? Wie kann die Arbeit der Caritas verbessert und effektiver gestaltet werden? Aber auch: Welche Angebote und Dienstleistungen mit welchen Stärken und Schwächen gibt es bereits vor Ort? Antworten auf diese Fragen sollte am Samstag ein Workshop liefern, zu dem das Dekanat Märkisches Sauerland und der Caritas-Verband eingeladen hatte.
Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritaskonferenzen in Iserlohn, Hemer, Letmathe, Menden, Balve und Neuenrade waren gekommen, dazu Repräsentanten von Altenheimen, Hospizkreisen und karitativen Verbänden wie den Maltesern – fast hundert engagierte Christen und Christinnen konnte Dechant Johannes Hammer somit am Samstagmorgen um 10 Uhr im großen Saal des Hauses Hemer begrüßen. 

Expertin aus Meschede leitete die Diskussionen 

Zur Vorbereitung, Abwicklung und Moderation des Workshops hatte das Dekanat die Sozialpädagogin, Organisations- und Unternehmensberaterin Jutta Tacke verpflichtet. Die Expertin aus Meschede ist zwar der Kirche verbunden, konnte aber die Verhältnisse innerhalb des Dekanates aus der Außenansicht bewerten und so unvoreingenommen, die Diskussionen leiten. 

In einem ersten Schritt stellten sich alle vertretenen Gruppen und Institutionen vor, skizzierten an Stellwänden und Flipcharts ihre Strukturen und Aufgabenstellungen, bevor dann in einem zweiten Schritt nach Möglichkeiten zur Stärkung und Ausweitung der bereits vorhandenen Potenziale gesucht wurde. Jeder aus der Runde konnte dazu Vorschläge machen, die anschließend auf Klebezetteln notiert an den Stellwänden gesammelt und so übersichtlich geordnet wurden. 

Aus diesen Diskussionen kristallisierten sich schließlich eine Reihe von Handlungsfeldern heraus, die kurz- oder mittelfristig beackert werden sollen. So zum Beispiel die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für die Angebote aber auch die Rekrutierung ehrenamtlicher Kräfte. Zu diesem Zweck sollen nicht nur die klassischen Kommunikationswege genutzt werden, sondern verstärkt auch digitale, wie die sozialen Netzwerke sowie Internetpräsentationen. 

Zusammengehörigkeitsgefühl und Gemeinsamkeit stärken 

Ein wichtiges Ziel ist auch die bessere Vernetzung von Hilfsangeboten, auch über den Tellerrand der katholischen Kirche hinaus. Dabei genannte Stichworte waren sowohl die Ökumene als auch die kommunalen und staatlichen Stellen, die ähnliche Aufgaben erledigen wie die Caritas. Aber auch innerhalb deren Grenzen des Dekanates soll die Gemeinsamkeit gestärkt und ein näheres Zusammenrücken angestrebt werden. 

Entscheidend für die Zukunft wird es auch sein, ob junge Menschen für karitatives Engagement gewonnen werden können. Zu diesem Zweck sollen Firmlinge und andere Jugendliche noch mehr als bisher für diese Themen sensibilisiert werden. 

Allerdings wurde auch eine Aufgabenkritik der Caritas angemahnt. So müsse überprüft werden, ob alle derzeitigen Angebote noch zeitgemäß hinsichtlich Inhalt und Form sind und überhaupt noch benötigt werden. 

Nach fünf Stunden intensiver Arbeit und einem lockeren Meinungsaustausch während der Mittagspause ging die Runde gegen 15.30 Uhr auseinander. Die Ergebnisse und Erkenntnisse sollen noch in allen Gemeinden und Pastoralverbünden von kleineren Arbeitsgruppen fortentwickelt und gegebenenfalls umgesetzt werden. Insofern war der Workshop am Samstag lediglich als ein erster Schritt zur tatsächlichen Verbesserungen zu verstehen.

IKZ  05.11.2018 Reinhard Köster