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Nach fünf Monaten harter Arbeit ist der Treff Alt Menden an der Stadtmauer eröffnet worden.

 

 

Foto: M. Dinslage, WP Menden Pfarrer Jürgen Senkbeil verspricht in seinem Grußwort allen Mitstreitern Hilfe und Unterstützung. Foto: M. Dinslage, WP Menden

Menden.  Nach fünf Monaten harter Arbeit ist der Treff Alt Menden
an der Stadtmauer am 01. September 2018 eröffnet worden.

Jetzt muss das Ganze mit Leben gefüllt werden

 

 

All die Mitstreiter des Treffs Alt Menden werden sich wünschen, dass es hier demnächst immer so voll sein wird wie bei der Eröffnung am Samstag. Viele lobende Worte über die gesellschaftliche Bedeutung dieses Projektes wurden am Samstagmittag gesprochen. Oder ganz spontan auch gesungen.

Mittendrin war man in den Grußworten aus Nah und Fern, als sich die Botschaft verbreitete, alle Besucher mögen sich doch nach draußen vor die Tür begeben. Eine musikalischer Gruß solle dort warten. Hier strahlten nämlich die Sängerinnen des Rodenbergchores mit der Sonne um die Wette und hatten vor der alten Gaststätte Aufstellung bezogen. Drinnen hätten sie alle auch nicht mal mehr annähernd hineingepasst. Ihr spontan während der Werbetour in eigener Sache durch die Stadt eingebauter Stopp bei der Einweihung des Treffs hätte thematisch mit dem Song „You’ve got a friend in me“ („Du hast einen Freund in mir“) gar nicht passender ausfallen können.

Fünf Monate harte Arbeit

„Fremde sollen hier zu Freunden werden. Und in vielen Fällen ist das während der Umbauarbeiten auch schon passiert“, hatte vorher in seiner Begrüßung Herbert Bölling, einer der Initiatoren, zurück und voraus geblickt. Durch fünf Monate harte Areit ist aus einer Idee Realität geworden. Dabei dachte Bölling nicht nur an das eindrücklich gesetzte gesellschaftliche Zeichen, sondern auch in ganz praktischen Kategorien für die Zukunft der beteiligten Helfer. Integration durch Arbeit. „Jeder kennt nun die Worte Hammer, Schraubenzieher oder Zange und weiß auch, die Werkzeuge einzusetzen. Vielleicht für manchen die Vorstufe zu einer baldigen handwerklichen Ausbildung.“

Während unter anderem Pfarrer Jürgen Senkbeil und die heimische Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag allen Mitstreitern Hilfe und Unterstützung versprachen, schlug Hezni Barjosef, Flüchtlingskoordinator des Erzbistums Paderborn, eine Brücke zu den aktuellen Ereignissen nicht nur in Chemnitz, sondern ebenso zu seiner eigenen Migrationsbiografie. „Sie haben hier ein sehr wichtiges Zeichen gesetzt. Ich weiß selber nicht, ob man irgendwann ganz aufhört, ein Flüchtling zu sein oder es immer ein bisschen bleibt. Jedenfalls wünsche ich mir, dass die Geflüchteten nicht nur hier als mündige Menschen wahrgenommen werden. Dass sie nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern auch mal berechtigte Kritik aushalten müssen.“ Eine positive Diskriminierung sei schließlich auch nicht gewünscht. Anschließend genossen alle die Leckereien vom Büffet und vertieften sich in Austausch und Kennenlernen.

Inhaltlich mit Leben füllen

Nun ist die „äußere Hülle“ des Projektes also fertig und ihrer Bestimmung übergeben. Die Arbeit, das Ganze nun auch inhaltlich mit Leben zu füllen, beginnt jetzt. Noch gibt es keinen genauen Veranstaltungskalender oder Öffnungszeiten. Der Einsatz jedes Einzelnen wird ausschlaggebend sein. Bölling: „Das alles wird jetzt ausgearbeitet, Angebote für verschiedenste Gruppen und Interessen. Im Prinzip soll die Tür immer für alle offen sein.“ Und dann am Samstagmittag mit Blick auf die prall gefüllten Räume des Treffs Alt Menden und über den ebenso gut gefüllten Vorplatz, auf viele Gespräch und Glückwünsche, sagte er lächelnd: „Wollen wir erstmal den heutigen Tag überstehen!“

WP Menden, A. Lück