Aktuelles im Dekanat

Pankratius als Signal für die Zukunft

 

In der neu gegründeten Innenstadt-Pfarrei gehen sechs katholische Gemeinden auf. Die Wahl des Iserlohner Ur-Patronats als Namensgeber ist ein Zeichen des Neuanfangs.

 

Wirklich Notiz hat kaum jemand davon genommen. Es wird auch bisher an keiner Stelle so richtig spürbar. Dabei handelt es sich bei der Gründung der St.-Pankratius-Gemeinde, die sich am 1. Januar vollzogen hat, durchaus um ein historisches Datum – für die katholische Kirche und für Iserlohn. Alle sechs Iserlohner Innenstadtgemeinden sind mit diesem Schritt aufgelöst worden und gehen nun in einer neuen großen Innenstadt-Pfarrei auf.

 

Dass das Ganze recht geräuschlos vonstatten ging, sagt Pfarrer Johannes Hammer, liege daran, dass der eigentliche Startschuss für die Pankratius-Gemeinde erst am Pankratius-Tag
am 13. Mai fällt. Dann wird es einen Festgottesdienst geben, bei dem der neuen Gemeinde auch Pankratius-Reliquien aus dem Beisitz des Bistums übergeben werden.

 

Bürokratischer und juristischer Rattenschwanz

 

Für die Mitarbeiter der Kirche und die aktiven Christen in den Gemeinden ist die Gemeinde-Fusion aber gegenwärtig mehr als präsent. Die bürokratischen Hürden seien immens gewesen, wie Hammer sagt. Schließlich sei die neue Pfarrei juristische Nachfolgerin aller bisherigen sechs Gemeinden, was von den Grundbucheintragungen bis zur Umstellung von Pfarrnachrichten und Internet-Auftritten einen riesigen Rattenschwanz nach sich zog. Vieles dabei sei noch lange nicht abgeschlossen. Und deutlich tiefer als die rein verwaltungstechnischen Schritte greifen ohnehin die inhaltlichen Neuerungen. Denn das Gemeindeleben rund um die weiter bestehenden Kirchen im ganzen Pastoralverbund soll über ehrenamtliche Kirchen-Teams neu organisiert werden.
Foto. IKZ M.MayAm 24.1.2018 fand bereits das erste Treffen der zukünftigen Kirchen-Teams statt, bei dem sich etwa 30 Interessierte versammelt hatten.

 

Auch vor diesem Hintergrund des grundlegenden Umbaus des Gemeindelebens sieht Pfarrer Hammer in der Wahl des Heiligen Pankratius zum Patronat ein starkes Zeichen für den angestrebten Neuanfang. Im Gespräch sei durchaus der Heilige Aloysius gewesen, der ja bisher der Innenstadtgemeinde ihren Namen gegeben hat. „Das wäre aber das falsche Signal gewesen“, sagt Hammer. Es gehe nicht darum, dass Aloysius die übrigen Gemeinden schluckt, sondern dass gemeinsam etwas Neues entsteht. Zudem sei die Wahl Pankratius’ auch als Rückbesinnung auf die Anfänge des Christentums in Iserlohn ein Zeichen für die Verbundenheit mit der Stadt, die den Heiligen bekanntlich in ihrem Wappen trägt. Zudem besteht über Pankratius auch eine Verbindung zur evangelischen Kirche, da die Bauernkirche als ältestes Iserlohner Gotteshaus ursprünglich ebenfalls das Patronat des Hl. Pankratius trug.

 

Nachdem es im Zuge der Reformation in Iserlohn überhaupt keine Katholiken mehr gab, wurde 1745 die St.-Aloysius-Gemeinde als nachreformatorische Muttergemeinde gegründet, von der sich dann im Laufe der Zeit viele Stadt-Bezirke als eigenständige Gemeinden abgespalten haben – darunter auch die Gemeinden Hl. Geist, Hlst. Dreifaltigkeit Wermingsen, St. Josef Iserlohnerheide, St. Michael Gerlingsen und St. Hedwig Nußberg. Nun sind die sechs Gemeinden wieder so nah zusammengerückt, dass sie die Fusion zur Pankratius-Gemeinde eingegangen sind. Der Pastoralverbund Iserlohn, der neben der Pankratius-Gemeinde auch die Herz-Jesu-Gemeinde Hennen und St. Gertrudis Sümmern umfasst, bleibt indes bestehen.

 

Siegel zeigt Verbundenheit mit dem Iserlohner Norden

 

 

 

 

 

Aber auch diese drei Gemeinden sind bereits sehr eng miteinander verwoben: Sie haben einen gemeinsamen Gesamtpfarrgemeinderat gewählt, und Johannes Hammer ist Pfarrer aller drei Gemeinden. Die enge Verbundenheit im Iserlohner Norden findet bereits im neuen Siegel der Pankratius-Gemeinde Niederschlag: Neben dem märkischen Schachbalken, der auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit Iserlohns zur Grafschaft Mark verweist, findet sich auch ein stilisiertes Kölner Kreuz, das die enge Kooperation mit dem Norden verdeutlicht, der früher zum kur-kölnischen Territorium gehörte.

IKZ R. Tiemann