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Der Pianist in den Trümmern

Aeham Ahmad spielte während des Bürgerkrieges in Syrien - und jetzt im Forum St. Pankratius

 

Iserlohn. Es war eines dieser Konzerte, das gar nicht unbedingt von der musikalischen Leistung lebte, sondern viel mehr von der Dramatik und den Gefühlen, die vermittelt wurden. Aeham Ahamd, der im Bürgerkrieg in Syrien als „Pianist in den Trümmern“ weltweit bekannt geworden ist, spielte zur Bildpunkt-Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Music for hope“ im Forum St. Pankratius.

 

Neben den teils eigenen Stücken, die von seinem Leben und das seiner Familie und Bekannten in der Heimat erzählen, und Werken von Beethoven, berichtete der Musiker immer wieder von den schwierigen Zeiten in Syrien. „Ich wollte den Leuten Hoffnung geben“, nannte er den Hauptgrund, weshalb er mit dem Rollwagen und seinem Klavier durch die Straßen von Jarmuk gezogen ist. Angst habe er dabei nie gehabt. „Sterben müssen wir sowieso. Dann sterbe ich lieber lachend.“

 

Seit 2015 ist Aeham Ahmad nicht mehr in Gefahr, er lebt als Flüchtling in Deutschland und tourt hier von Ort zu Ort. „Wenn ich spiele, dann ist mein Kopf still und ich höre die Stimme nicht mehr,“ sagt der 29-Jährige. Er verarbeitet den Schmerz und auch seine Schuldgefühle, das Land ohne seine Familie verlassen zu haben, in den Liedern. Mit so viel Inbrunst, dass jeder im Pankratius -Forum mitfühlen konnte.

IKZ 26.09.2017