Aktuelles im Dekanat

Den Menschen eine Heimat gegeben

 

 

Erzbistum. Unter dem Thema „Heimat geben“ ist in der Libori-Woche der Pauline-­von-Mallinckrodt-Preis 2017 vergeben worden. Ausgezeichnet wurden Projekte aus Menden-Bösperde, Lichtenau und Bielefeld-Dornberg. 

von Matthias Nückel Der Dom

„Sie schaffen Heimat“, rief Diözesan-­Caritasdirektor Josef Lüttig den zahlreichen Ehrenamtlichen zu und würdigte schon zu Beginn das Engagement der Frauen und Männer in den Gemeinden des Erzbistums Paderborn. Doch bis das gut gehütete Geheimnis, wer die ersten drei Plätze belegt hat, gelüftet wurde, mussten sich die Anwesenden in der überfüllten Aula des Liborianums in Paderborn noch etwas gedulden. 

Während der Deutsche Caritasverband sein Jahresmotto „Heimat“ auf Flüchtlinge bezieht, war das Thema beim Mallinckrodt-Preis 2017 weiter gefasst. Denn Heimat ist ein Begriff, der sehr differenziert betrachtet werden kann, wie Heinz Paus in seiner Festrede erläuterte. Wenn man sich intensiver mit dem Begriff beschäftige, sei „Heimat“ sehr vielschichtig, so der Präsident des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. 

Am Beispiel seiner Lebensgeschichte erläuterte Paus, dass es verschiedene Heimaten im lokalen Sinn geben kann. Geboren und aufgewachsen im ostwestfälischen Alstätte, wohnte Paus anschließend 20 Jahre mit seiner Familie in Detmold. Im Jahr 2000 zog es ihn nach Paderborn, wo er 15 Jahre lang Bürgermeister war. Obwohl er noch Verbindung zu den beiden anderen Orten habe, sei Paderborn nun seine Heimat, sagte Heinz Paus. 

Heimat seien jedoch nicht nur Orte. „Viel wichtiger sind die Menschen, die Gemeinschaften, die Familie, Freunde und Nachbarn“, betonte Paus. Menschen, mit denen man einen Teil seines Lebensweges verbracht habe. Für ihn persönlich sei die Kirchengemeinde besonders bedeutsam, aber auch die weltweite Glaubensgemeinschaft, die Heimat biete. 

„Sich heimisch fühlen, ist für die seelische und körperliche Gesundheit wichtig“, stellte der Präsident des Bonifatiuswerkes fest und zitierte aus einer Predigt von Erzbischof Hans-Josef Becker: „Wir alle brauchen unsere kleine Welt!“ Deshalb sei es wichtig, auf die Menschen zuzugehen und ihnen zu sagen, dass sie erwünscht sind. „Alle Projekte wollen Heimat geben“, würdigte auch Heinz Paus den Einsatz der Ehrenamtlichen. 

Auf wie viele verschiedene Weisen dies geschieht, erläuterte Dr. Dirk Lenschen. Der Geschäftsführer der Caritas­Stiftung im Erzbistum Paderborn stellte alle 16 Projekte vor. 

Mit dem ersten Platz beim Pauline-von-Mallinckrodt-Preis 2017 wurde das „Café Grenzenlos“ der Caritas-Konferenz St. Maria Magdalena in Menden-Bösperde ausgezeichnet. 

Das Ziel des Projektes ist die Unterstützung bei der Integrationvon Flüchtlingen. Dafür engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche.  

Im August 2015 wurden rund 150 Flüchtlinge in derleerstehenden Grundschule in Menden-Bösperde untergebracht. Spontan fanden sich etwa 30 Ehrenamtliche der Caritas-Konferenz St. Maria Magdalena bereit, um regelmäßig bei der Essensausgabe zu helfen. Im Oktober 2015 wurde im Pfarrheim das „Café Grenzenlos“ als Begegnungsstätte ins Leben gerufen, um mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. 

Zudem wird im Pfarrheim regelmäßig Deutschunterricht angeboten. Hierbei engagieren sich ca. 15 Ehrenamtliche – darunter auch einige pensionierte Lehrerinnen und Lehrer.  

Der Unterricht findet täglich statt und wird von ca. 40 bis 60 Personen regelmäßig besucht. Nach Auflösung der Sammelunterkunft in der Grundschule haben die Ehrenamtlichender Caritas-Konferenz den Flüchtlingen auch bei der Wohnungssuche, beim Umzug sowie beim Einrichten der Wohnung geholfen.