Aktuelles im Dekanat

Kirchenjubiläen im Pastoralverbund

 Festprogramm des katholischen Pastoralverbundes Letmathe 2017 

(hier finden Sie das Festprogramm im PDF-Format: 2017-07-25-Kirche-Magazin-16Seiter-WEB.pdf - Bitte zum Öffnen anklicken)

 

 

Vor 100 Jahren, mitten im ersten Weltkrieg, weihte der Paderborner Weihbischof Heinrich Hähling von Lanzenauer in Letmathe zwei neue Kirchen, am 19.9.1917 Mariae Himmelfahrt in Oestrich und am 11.11.1917 St. Kilian in Letmathe. Damals ging eine jahrzehntelange und nicht konfliktfreie Vorgeschichte dieser Kirchbauten zu Ende. Es war zu entscheiden gewesen, ob die alte Kilianskirche aus dem 17.Jahrhundert, die zu klein geworden war, einem Neubau weichen sollte oder ob man einen anderen Bauplatz im sog. Unterdorf Letmathes wählte. Dieser wäre in der Nähe der Ortsgrenze zu Oestrich gewesen und hätte eine eigene katholische Kirche für das mehrheitlich evangelische Nachbardorf ausgeschlossen.

 

Schließlich setzten sich die Bewohner des Oberdorfes durch, die ihren uralten Kirchstandort erhalten wollten. Damit wurde auch der Weg frei für eine kleine Kirche im Oestricher Feld, die mit Abbruchmaterial der Letmather Kilianskirche errichtet wurde.

 

Auch der Baustil der neuen Letmather Kirche war umstritten, bis sich der Kirchenvorstand für den Aachener Baumeister Joseph Buchkremer entschied, der auch für das Aachener Münster verantwortlich war. Sein Vorschlag einer monumentalen Kirche im frühgotischen Stil fand schließlich die allgemeine Zustimmung. Am Kiliansfest 1914 wurde der Grundstein gelegt, aber nach dem Kriegsausbruch zwei Wochen später wurde der Bau stillgelegt. Es ist und bleibt eine erstaunliche Leistung, dass trotz des kräftezehrenden Krieges beide Kirchen dann doch bis zum Herbst 1917 fertiggestellt werden konnten.

 

Dies ist der Anlass für den heutigen kath. Pastoralverbund Letmathe (mit den Gemeinden in Letmathe, der Grüne, in Oestrich und im Stübbeken), zwischen den beiden Weihetagen der Kirchen zu einem vielfältigen Programm einzuladen, das ein Vorbereitungskreis aus den Gemeinden entwickelt hat.

 

Der Besuch von vier Bischöfen bildet den Auftakt und den Schlusspunkt der Feierlichkeiten. Am 23.9. wird der Paderborner Weihbischof Hubert Berenbrinker in einer Festmesse um 17 Uhr einen neuen Altar in Mariae Himmelfahrt weihen. Ein Gemeindeabend im Pfarrheim Oestrich schließt sich an. Die Erhebung der Kiliansreliquie erfolgt am 5.11. um 11.15 Uhr in einem Hochamt mit dem lateinischen Erzbischof von Lemberg (Ukraine) Mieczyslaw Mokrzycki, dem ehemaligen Sekretär von Papst Johannes Paul II., im Kiliansdom. Zur Rückführung der Reliquie am 11.11. in der Messe um 18.30 Uhr kommt aus Würzburg Weihbischof Ulrich Boom, dessen Großvater Heinrich Nottebohm viele Jahrzehnte der erste Küster der Kilianskirche war. Am folgenden Sonntag, den 12.11. weiht der Paderborner Weihbischof Dominicus Meier OSB in der Messe um 10 Uhr  zwei kleine Glocken für den Dachreiter von St. Kilian, bevor ein Empfang im Pfarrheim von St. Kilian die Festwochen beschließt.

 

Zwischen Mitte September und Mitte November sind ganz unterschiedliche Veranstaltungen in das Programm aufgenommen worden. So wollen sich am 24.9. um 16 Uhr in Oestrich junge Leute zu einer „Inliner-Wallfahrt“ durch den Pastoralverbund aufmachen. Am 3.10. pilgern die Gemeinden des Pastoralverbundes zum Marienheiligtum nach Werl. Und am 14.10. wird unter dem Motto „Im Pilgern zu Brückenbauern werden“ ein Pilgerweg die Kirchen des Pastoralverbundes miteinander verbinden.

 

Es wird eine Reihe besonderer Gottesdienste, zum Teil an ungewöhnlichen Orten, geben. Zum Thema „Brückenbauer gesucht“ findet am 27.9. um 18 Uhr eine Wort-Gottes-Feier auf der Letmather Lennebrücke statt, an die sich ein Gesprächsabend zu Fragen und Problemen der Weltkirche im „Bahnsteig 42“ im alten Bahnhof anschließt. Unter dem Leitwort „Gott baut ein Haus, das lebt“ wird am 1.10. um 10 Uhr in der Kirche Herz Jesu in der Grüne eine Familienmesse gefeiert. Am selben Tag um 19.30 Uhr wird in der nur durch Kerzen erleuchteten Kilianskirche ein Friedensgebet mit Texten aus verschiedenen Religionen gehalten. Ganz besonders reizvoll dürfte eine Familienmesse am 15.10. um 17 Uhr in der Dechenhöhle unter dem Motto „Gottes Haus – unterirdisch gut“ sein. Ebenfalls völlig ungewöhnlich ist ein „BUSgottesdienst vor Allerheiligen“ am 17.10., wenn um 14 Uhr ein Bus zu verschiedenen Orten im Umfeld Letmathes startet, wo man dann über das Leben des hl. Kilian und anderer Heiliger nachdenkt. Am 29.10. gestalten um 10 Uhr in der Herz Jesu Kirche das Bläsercorps Hegering Letmathe und das Jagdhornbläsercorps „Im Kühl“ eine Hubertusmesse mit.

 

Es gibt natürlich auch weitere musikalische Höhepunkte in den Festwochen. So das Konzert des Kinderchores „Letmather Singspatzen“ und des Jugendchores „face-to-face“ am 8.10. um 17 Uhr in der Kirche Mariae Himmelfahrt. Am 22.10. gibt das Märkische Jugendsinfonieorchester um 17 Uhr im Kiliansdom ein Konzert mit Werken von Josef Myslivecek, Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn. Mit einer Konzertstunde begrüßt am 5.11. um 17 Uhr der Oratorienchor Letmathe im Kiliansdom die neuen Glocken für den Dachreiter.

 

Dass der Kilianskirche und ihrem Patron in den Festwochen eine besondere Aufmerksamkeit zukommt, ist nachzuvollziehen. Filme und Bilder der Kirche und der Restaurierungsarbeiten werden am 28.9. um 18.30 Uhr im Kolpinghaus bzw. am 28.10. um 18 Uhr im Pfarrheim Oestrich gezeigt. Bei gutem Wetter kann man 30.9. mit einer 40 Meter hohen Arbeitsbühne von außen bis zu den Glocken hinauffahren. Gleichzeitig werden zwei Kirchenführungen angeboten. Die Senioren der Kolpingfamilie unternehmen am 5.10. eine Exkursion zu einer der ältesten Kilianskirche im Erzbistum Paderborn nach Brenken, einem romanischen Bauwerk. Am 12.10. steht eine Fahrt zum Kiliansdom nach Würzburg, dem Heimatbistum des hl. Kilian, auf dem Programm. Dort wird Weihbischof Ulrich Boom die Letmather Besucher führen und mit ihnen die hl. Messe feiern. Der Architekt der Letmather Kilianskirche, der Aachener Dombaumeister Joseph Buchkremer, wird am 19.10. um 19 Uhr von Dr. Roland Pieper (Münster), einem profunden Kenner der Bauten Buchkremers, vorgestellt. Am 2.11. um 15 Uhr geht es im Kolpinghaus in einem Vortrag um die historischen Kenntnisse über den hl. Kilian, die mittelalterlichen Legenden und die Verbreitung der Verehrung des Heiligen. Einen Kontrast zu den Kirchbauten des Historismus setzt am 9.10. um 19.30 Uhr im Pfarrheim Letmathe Pfarrer Frank-Dietmar Niemeier mit einem Blick auf den Klosterneubau des Trappistenklosters Novy Dvur in Tschechien als Anlehnung an den mittelalterlichen Minimalismus der Zisterzienser.

 

Ein ökumenischer Vespergottesdienst am 9.11. um 18 Uhr mit katholischen, evangelischen und orthodoxen Christen und ein Begegnungsabend mit Gästen der muslimischen DITIP Gemeinde Letmathes am 16.10. um 19 Uhr im Letmather Pfarrhaus setzen noch einmal besondere Akzente in den Festwochen.

 

Manchmal geht es aber auch ganz locker zu, so bei einer Kirchen-Film-Nacht mit Überraschungsfilm am 29.9. um 20.30 Uhr im Kiliansdom. Oder bei einer „Pyjamaparty rund um die Kirche Mariae Himmelfahrt“ für Messdiener und Kinder des Pastoralverbundes Letmathe am 6. und 7.10. im Pfarrheim Oestrich. Dorthin lädt am 7.10. um 18 Uhr der Kirchenchor von St. Kilian zu einer musikalischen Weinprobe unter dem Thema „Die Geschmacks-NOTE der Traube ist des Weines MELODIE“ ein. Bei einem „Kartoffelfest“ treffen sich am 8.10. um 15 Uhr im Altenzentrum St. Kilian die Kindergartenkinder mit den Senioren. Und am 8.11. werden im Café Kilian im Altenzentrum St. Kilian die neuen Glocken vorgestellt und angeschlagen.

 

Mit großer Dankbarkeit, aber auch mit Wehmut blicken die Organisatoren der Festwochen auf den ausgezeichneten Bildband über die Kilianskirche, der kurz vor Weihnachten des letzten Jahres erschienen ist und dessen Hauptbearbeiter Otto Kröger Anfang des Jahres verstorben ist (die Hohenlimburger Heimatblätter haben darüber berichtet). Otto Kröger hat mit seinen Mitstreitern dieses Buch seiner Kirchengemeinde zum Jubiläum geschenkt und diese damit von der Erstellung einer Jubiläumsfestschrift entlastet. Es ist traurig, dass Otto Kröger die Festwochen nicht mehr erleben kann.