Flüchtlingshilfe im Dekanat

Premiere für"Café Grenzenlos" in Menden-Bösperde

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Bericht eines ehrenamtlichen Helfers zur Eröffnung des "Café grenzenlos"

"Gestern, am 22. November 2015, haben wir das "Café grenzenlos" erstmals eröffnet.
Es waren sehr viele Flüchtlingsgäste da.

Auch Einheimische aus der Gemeinde und aus dem gesamten Helferkreis waren gekommen.

Ca. 80 - 90 Personen  incl. Kinder plus ca. 30 heimische Gäste und Helfer. 

 
 
 

















Alle Helferinnen und Helfer waren einstimmig für die Fortsetzung dieser Aktion. 

Wir wollen daher am 10.01.2016 das Café grenzenlos ein weiters Mal öffnen.

Wir haben nur in frohe und zufriedene Gesichter geschaut. Dies trifft sowohl auf Erwachsene und Kinder der Grundschule,  Bewohner der Heidestr. 46 und der Wunne als auch auf die heimische Bevölkerung zu.

Herzlichen Dank für die Spende des Kaffee`s.

Wir haben zum Abschluss auf Wunsch einiger Flüchtlingsgäste die Kirche geöffnet, damit sie Kerzen anzünden konnten zum Dank an die Mutter Gottes."

 

Artikel WP 24.11.2015

Bösperde. Keine Werbung durch die Lokalpresse oder im Lokalradio. Nur ein paar Plakate im Dorf, ansonsten persönliche Einladung oder die Gewissheit, dass sich alle, die es angeht, schon so eingeladen fühlen und kein ungebetener Gast aus welcher Ecke auch immer unangenehm erscheint: Das Pfarrheim in Bösperde war am Sonntagnachmittag bis auf den letzten Sitzplatz besetzt, als das erste Café Grenzenlos öffnete. Viele mussten ihren Kaffee im Stehen trinken.
  
Zeichen des Willkommens

Sandra Kordes, die Initiatorin dieser Integrationsidee, war sichtlich bewegt: „Damit habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu rechnen gewagt, nach anfänglichen Enttäuschungen wegen nicht eingehaltener Hilfezusagen…“

Einheimische, nicht nur aus Bösperde, Flüchtlinge, Asylbewerber, Zugewiesene, Fremde, Freunde, Nachbarn, Helfer: So viele Besucher hatte das Pfarrheim selten beherbergt. Es gab Kaffee, Kakao und Kuchen, Waffeln, Plätzchen und jede Menge Kontaktgelegenheiten zwischen Mendener Bürgern und den vielen Fremden. Den Kaffee hatte Pfarrer Senkbeil vom Pastoralverbund  Menden, den Kuchen die vielen ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingsunterkunft Nikolaus-Groß-Schule spendiert.


„Dieser Tag war ein Tag einer grenzenlosen Begegnung. Es ist gut und gerade in dieser Zeit der Diskussionen über Flüchtlingsaufnahmen und der Uneinigkeit bei Politikern, dass es solche positiven Zeichen des Willkommens gibt. Vor Ort wäre vieles nicht möglich ohne die großartige Beteiligung und den unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer“, fasste Herbert Bölling im Sinne aller Helfer zusammen.  

Für die kleinen Kinder gab es reichliche Angebote an entlastenden Spielen, die helfen können, wenigstens für kurze Zeit die schreckliche Lebenssituation zu vergessen. Elisabeth Rudolphi stellte überzeugt fest: „Für uns gibt es keine Unterschiede zwischen den Herkunftsländern.“

An einem Beispiel wurde die Notwendigkeit des Helfens, auch über so unkonventionelle Ideen wie eines zwanglosen Klönens (wobei sie die neu erworbenen Deutschkenntnisse anwenden können) im Café Grenzenlos deutlich: 

Vier Geschwister, alle minderjährig, haben ihren Vater verloren, er wurde in Syrien erschossen, die Mutter wird in Syrien festgehalten, sie nehmen regelmäßig am Deutschunterricht teil. Sie wollen trotz ihrer grausamen Geschichte sich hier integrieren und sind dankbar für die menschliche Hilfe, die sie hier erfahren. 

 

„Die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, kommen zu uns, weil sie in Not sind, gleich welcher Art. Nicht wegen politischer Entscheidungen; aus der christlicher Nächstenliebe und aus Achtung vor dem Menschen helfen wir alle“, fasste eine ehrenamtliche Helferin in der Rückschau auf das Café Grenzenlos zusammen.